Als Architektin bewege ich mich täglich in einem gebauten, von Präzision und Regeln bestimmten Umfeld. Dem steht mein Bedürfnis gegenüber, in der Natur zu sein und die dort gewonnenen Eindrücke festzuhalten.
Ich male häufig direkt vor Ort, nehme Licht, Farben und Stimmungen unmittelbar auf. Dabei entstehen intuitive und lockere Studien. Die endgültigen Arbeiten entstehen in konzentrierter Ruhe meist später, manchmal am selben Tag, häufig Wochen später. In diesem zeitlichen Abstand reduziert sich die Vielzahl der Eindrücke auf das, was bleibt.
Meine Arbeiten sind persönliche Aufzeichnungen dieser Eindrücke – und zugleich ein Versuch, die Aufmerksamkeit wieder auf das zu lenken, was uns in der Natur unmittelbar gegeben ist.
Aquarell entspricht dieser Arbeitsweise in besonderer Weise. Es ist mobil, braucht nur wenig Material und kommt ohne belastende Stoffe aus.
Ich arbeite in transparenten Schichten, in denen sich reine Farben überlagern und differenzierte Nuancen sowie räumliche Tiefe entwickeln. Zufällige Effekte – etwa durch Auswaschungen oder Eingriffe in die Papieroberfläche – beziehe ich bewusst ein. Häufig verwende ich bereits benutzte Papiere weiter: Spuren früherer Arbeiten bleiben sichtbar und werden Teil des Bildes. So wird der nachhaltige Umgang mit Material zu einem integralen Bestandteil meiner Bildsprache.
Vita
1979
geboren in Schwerin / Mecklenburg-Vorpommern
1998-2004 Architekturstudium in Dresden
seit 2004
Architektin in Köln, Dresden und Berlin
seit 2012
Reisebücher und Urban Sketching;
zahlreiche Malkurse in unterschiedlichen Techniken, u.a. Eckhardt Koenig
seit 2020 Konzentration ausschließlich auf das Aquarell;
Malkurse /-reisen bei/mit Wilhelm Fikisz, Bernhard Vogel, Jutta Höfs, Viktoria Prischedko und Eckhardt Koenig